The persistent global pandemic caused by severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2) can manifest on the skin in addition to the already known organ systems. Various clinical patterns of skin manifestations associated with coronavirus disease 2019 (COVID-19) have been described. In view of the associated morbidity and mortality, knowledge of cutaneous manifestations in the setting of COVID-19 may be helpful in early detection, risk stratification, diagnosis and treatment. Thus, we provide a summary of the various dermatologic findings associated with COVID-19, including clinical presentation, current pathophysiological concepts, and management, to support early diagnosis and treatment. The current literature regarding skin lesions associated with COVID-19 and the most important aspects are analyzed. A literature search was performed in PubMed and Medline databases until February 28, 2021. The classification of skin manifestations in the context of SARS-CoV‑2 infection according to clinical dermatological patterns can help to identify patients with increased risk at an early stage and to treat them adequately to counteract a possibly more severe course of the disease as it occurs, e.g., in livedo. Thus, knowledge of the pathophysiological mechanisms can improve management of the disease and support possible countermeasures in coping with the disease. HINTERGRUND: Die durch das Severe Acute Respiratory Syndrome Corona Virus 2 (SARS-CoV-2) ausgelöste anhaltende globale Pandemie manifestiert sich neben bekannten Organsystemen auch an der Haut. In der Literatur wurden verschiedene klinische Muster von Hauterscheinungen mit COVID-19 in Verbindung gebracht. Die Kenntnis der kutanen Manifestationen kann bei der Früherkennung, Risikostratifizierung von Patienten, Diagnose und den therapeutischen Strategien hilfreich sein. In dem vorliegenden Artikel wird der aktuelle Kenntnisstand zu dermatologischen Befunden im Zusammenhang mit COVID-19 unter Berücksichtigung der klinischen Präsentation, aktuellen pathophysiologischen Konzepten und Management zusammengefasst. Zukünftig sollen auch Erkenntnisse aus einem aktuell geführten Register der Universität Harvard gezogen werden können. Derzeit werden hier Hautveränderungen in Assoziation mit COVID-19 gesammelt ( https://ilds.org/covid-19/international-dermatology-covid19-registry/ ). Ziel dieses Übersichtsartikels ist es, die aktuell verfügbare Literatur mit Hinweisen auf Hautveränderungen im Zusammenhang mit COVID-19 zu analysieren, zu strukturieren und die wichtigsten Aspekte zusammenzufassen. Es wurde eine systematische Literaturrecherche in der medizin-wissenschaftlichen Datenbank PubMed und Medline für englischsprachige Originalartikel, Fallserien und -berichte sowie Übersichtsarbeiten unter Verwendung der Suchbegriffe „Covid“, „COVID-19“ oder „SARS-CoV-2“ in Kombination mit „skin“ oder „dermatol“ durchgeführt, welche bis Februar 2021 (Einträge bis zum 28.02.2021) veröffentlicht wurden. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen bestätigten oder vermuteten SARS-CoV-2-Infektionen in Assoziation mit Hautmanifestationen. Eingeschlossen wurden vorwiegend Arbeiten, welche ein möglichst großes Patientenkollektiv, das Erwachsenenalter und einen positiven Corona-Nachweis beinhalteten. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick der am häufigsten beobachteten Hautmanifestationen bei Infektionen mit SARS-CoV‑2 zu geben. Die Zuordnung der Hautmanifestationen im Rahmen einer SARS-CoV-2-Infektion nach klinisch dermatologischen Mustern kann dazu beitragen, Patienten mit erhöhtem Risiko frühzeitig zu identifizieren und adäquat zu behandeln, um einem möglicherweise schwereren Krankheitsverlauf wie er beispielsweise bei der Livedo auftritt, entgegenzuwirken. Die erworbenen Kenntnisse der pathophysiologischen Mechanismen können zu einem verbesserten Management der Erkrankung und Hilfestellung möglicher Gegenmaßnahmen in der Bewältigung der Erkrankung beitragen.
The nomenclature used today in wound treatment varies widely across different disciplines and professions. Therefore, it is a mission of the professional association Initiative Chronische Wunde (ICW) e. V. to exactly and comprehensibly describe terms that were previously unclear. Therefore, the experts of the ICW defined in a consensus procedure debridement of chronic wounds as the removal of adherent, dead tissue, scabs or foreign bodies from wounds. There are various therapy options for this, which can be differentiated into autolytic, biosurgical, mechanical, osmotic, proteolytic/enzymatic and technical debridement. In the case of surgical debridement, a distinction is also made between sharp debridements that can usually be performed on an outpatient basis, such as minor surgical procedures, and surgical debridements with adequate anaesthesia in an operating theatre. Wound irrigation is defined by the ICW as the removal of non-adherent components on wounds with sterile solutions. Debridement and/or wound irrigation are often the first step in phase-appropriate modern wound treatment. Several methods are suitable for use in a combined or successive therapy. When deciding which therapeutic option to use, a number of individually different factors should be taken into account, depending on the patients to be treated but also on the therapists. The final individual decision for a method should be made together with the patient in each case and then adequately documented. Die heute in der Wundbehandlung verwendete Nomenklatur ist interdisziplinär und interprofessionell sehr unterschiedlich. Daher ist es ein Anliegen der Fachgesellschaft Initiative Chronische Wunde (ICW) e. V. bislang unklare Begriffe eindeutig und nachvollziehbar zu beschreiben. Von den Experten der ICW wurde daher in einem Konsensusverfahren als Débridement chronischer Wunden die Entfernung von anhaftendem, abgestorbenem Gewebe, Krusten oder Fremdkörpern aus Wunden bezeichnet. Hierfür gibt es verschiedene Therapieoptionen, die als autolytisches, biochirurgisches, mechanisches, osmotisches, proteolytisches/enzymatisches und technisches Débridement unterschieden werden können. Bei dem chirurgischen Débridement wird zudem zwischen meist ambulant durchführbaren scharfen Débridements wie beispielsweise kleineren chirurgischen Eingriffen und chirurgischen Débridements mit adäquater Anästhesie in einem Operationssaal differenziert. Als Wundspülung wird von der ICW die Entfernung von nicht haftenden Bestandteilen auf Wunden mit sterilen Lösungen bezeichnet.Débridement und/oder Wundspülung sind oft der erste Schritt einer phasengerechten modernen Wundbehandlung. Mehrere Methoden eignen sich für die Anwendung einer kombinierten oder sukzessiven Therapie. Bei der Entscheidung, welche therapeutische Option hierbei zum Einsatz kommt, sollte eine Vielzahl individuell unterschiedlicher Faktoren in Abhängigkeit von den zu behandelnden Patienten, aber auch von den Therapeuten berücksichtigt werden. Die letztendliche individuelle Entscheidung für eine Methode sollte jeweils gemeinsam mit den Patienten getroffen und anschließend adäquat dokumentiert werden.
The internet is one of the most important sources for health-related information for the general population. Therefore, the analysis of internet search engines can help to capture the social interests and needs regarding diseases. The aim of this study was to investigate the search queries related to atopic dermatitis (AD) regarding frequency, focus of interest and temporal occurrence in the German federal states in order to identify possible regional differences. Using the Google Ads Keyword Planner, AD relevant keywords including the monthly search volume between January 2017 and December 2020 were identified, which were then assigned to different categories. Overall, 1419 keywords were found that had a search volume of 14,817,610 queries. The category 'general' had the highest search volume (n = 5,970,840), but most keywords were assigned to the category 'location' (n = 348). About 60% of the keywords assigned to 'location' were related to AD on the face. On a national level, Bremen and Hamburg had the highest search volume per 100,000 inhabitants. With more than 70%, an enormous increase in search volume could be observed, which was especially high in 2020. With this internet search analysis, it was possible to clarify which aspects of AD were of particular importance for the German population, which can help to adapt information campaigns to the target population. In addition, the study underlines the increasing relevance of the internet as a source of information regarding health-related topics. HINTERGRUND: Das Internet ist eine der wichtigsten Informationsquellen für gesundheitliche Themen für die Allgemeinbevölkerung. Deshalb kann die Analyse von Internetsuchmaschinen dabei helfen, die gesellschaftlichen Interessen und Bedürfnisse bezüglich Erkrankungen zu erfassen. ZIEL: Ziel dieser Studie war es, die Suchanfragen zu atopischer Dermatitis (AD) in Bezug auf Häufigkeit, Interessenschwerpunkt und zeitliches Auftreten in allen deutschen Bundesländern zu untersuchen, um mögliche regionale Unterschiede zu identifizieren. Mithilfe des Google Ads Keyword Planner wurden AD relevante Keywords inklusive deren monatlichen Suchvolumens zwischen Januar 2017 und Dezember 2020 identifiziert, die in Interessenschwerpunkte unterteilt wurden. Es wurden 1419 Keywords gefunden, die ein Suchvolumen von 14.817.610 Anfragen hatten. Das größte Suchvolumen hatte die Kategorie Allgemein (n = 5.970.840), jedoch wurden der Kategorie Lokalisation die meisten Keywords zugeordnet (n = 348). Rund 60 % der Keywords zu Lokalisation bezogen sich auf AD im Gesicht. Von allen Bundesländern hatten Bremen und Hamburg das größte Suchvolumen pro 100.000 Einwohner. Mit über 70 % war ein enormer Anstieg im Suchvolumen zu beobachten, der v. a. 2020 sichtbar wurde. Durch diese Internetsuchmaschinenanalyse konnte verdeutlicht werden, welche AD-relevanten Aspekte von besonderer Bedeutung für die Bevölkerung waren, was dabei helfen kann, Informationskampagnen zielgerichtet anzupassen. Zudem unterstreicht die Studie die immer größer werdende Relevanz des Internets als Informationsquelle für gesundheitliche Themen.
The number of patients presenting with frontal fibrosing alopecia (FAA) is increasing not only in hair clinics. The recognition of the peculiar clinical pattern and associated symptoms is an important prerequisite to ensure adequate counseling and therapeutic management of the patients. Experimental studies and a range of case series give first insights into the pathogenesis, possible trigger factors, clinical course of disease and treatment options. The clinical spectrum of FFA extends beyond the typical recession of the frontal hair line initially observed in postmenopausal women. Younger women, men and rarely adolescents may also be affected. Band-like extension to the occiput, diffuse bitemporal hair thinning, eyebrow and body hair involvement as well as facial papules are part of the clinical spectrum. Similar to lichen planopilaris, inflammation and fibrosis with involvement of the stem cell region result in permanent loss of hair follicles. Which additional factors contribute to the characteristic pattern remains to be elucidated. Currently, therapeutic management largely relies on anti-inflammatory treatment with combined topical, intralesional and systemic administration depending on disease activity. The chronic progressive course, sometimes even in the absence of pronounced inflammation remains a challenge for both the affected individuals and the treating physicians. Controlled studies are required to develop evidence-based recommendations and to explore novel treatment strategies. Das Krankheitsbild der frontal fibrosierenden Alopezie (FFA). Das sichere Erkennen des Krankheitsbildes und typischer begleitender Befunde ist eine wichtige Voraussetzung für Beratung und Therapie der Betroffenen. Experimentelle Untersuchungen und klinische Fallserien liefern erste Erkenntnisse zu Pathogenese, möglichen Triggerfaktoren, klinischen Verläufen und Behandlungsoptionen. Das klinische Spektrum und die Ausprägung der FFA reichen zunehmend über das typische Zurückweichen der Stirn-Haar-Grenze bei vorwiegend postmenopausalen Frauen hinaus. Es stellen sich auch jüngere Frauen, Männer und selten Jugendliche vor. Ausdehnung nach okzipital, bitemporale Haardichteminderung, Beteiligung von Augenbrauen, Körperhaaren und fazialen Papeln sind Teil der klinischen Ausprägung. Wie beim klassischen Lichen planopilaris führen Entzündung und Fibrose im Bereich der Stammzellregion zu permanentem Haarfollikelverlust. Welche Faktoren das prägnante klinische Bild mitbedingen, ist nicht abschließend geklärt. Die Behandlung der FFA erfolgt derzeit in Anlehnung an das Vorgehen beim Lichen planopilaris mit vorrangig antientzündlicher Therapie. In Abhängigkeit von der Aktivität der FFA und ihrem Progress werden einzeln oder kombiniert topische, intraläsionale und systemische Therapien gewählt. Der häufig chronisch progrediente Verlauf auch wenig entzündlicher Befunde ist sowohl für Betroffene als auch Behandler eine Herausforderung. Kontrollierte Studien sind erforderlich, um evidenzbasierte therapeutische Konzepte zu erarbeiten und neue Therapiestrategien zu evaluieren.
Benign skin tumors represent a wide category of diseases. The diagnosis is usually provided by the clinical aspect and the patient history. The pathological examination is not always considered necessary and in most cases the treatment is removal of the lesion by cryotherapy, electrosurgery or laser ablation. Deep phenotyping, including genetic and epigenetic findings, provided the basis of a new understanding of the pathogenetic mechanisms. Some benign skin tumors can be part of syndromes and the dermatologist should be aware of the extracutaneous associations defining these rare disorders: epidermal nevus can be associated with vascular malformations; nevus sebaceous can be associated with cerebral, ocular, and skeletal defects; nevus Becker is associated with cerebral, ocular, and skeletal defects; pilomatricomas appear earlier than colorectal cancer in Gardner's syndrome; tuberous sclerosis complex can associate not only central nervous system lesions but also pulmonary, cardiac or renal manifestations. Gutartige Hauttumoren kommen bei einer großen Zahl von Hautveränderungen vor. Die Diagnose wird in der Regel durch das klinische Bild und die Anamnese gestellt. Eine histopathologische Untersuchung ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Die Therapie besteht meistens in der Entfernung der Hautveränderungen durch Kryotherapie, Elektrochirurgie oder Laserabtragung. Differenzierte Phänotypisierungen einschließlich genetischer und epigenetischer Befunde liefern die Grundlage für ein neues Verständnis der pathogenetischen Mechanismen. Einige gutartige Hauttumoren können Teil von Syndromen sein, daher sollten Zusammenhänge mit nichtdermatologischen Befunden bekannt sein, die diese seltenen Erkrankungen charakterisieren. Der epidermale Nävus kann mit Gefäßmalformationen in Beziehung stehen, der Naevus sebaceus sowie der Becker-Nävus mit Defekten zerebral, okulär und am Skelett, Pilomatrixome können kolorektalen Karzinomen beim Gardner-Syndrom vorangehen, tuberöse Sklerose kann assoziiert sein nicht nur mit Veränderungen im Zentralnervensystem, sondern auch an Lunge, Herz oder Nieren.
Microsurgical autologous hair transplantation, when performed as follicular unit transplantation, may permanently and naturally improve advanced androgenetic alopecia in men and women and also non-active scarring alopecias. Sufficient donor hair and realistic patient expectations as well as an individual surgical planning of the hair distribution are crucial prerequisites for a sustainable hair restoration. They should be determined and evaluated during a personal pre-examination and consultation with the hair surgeon. Natural results can be achieved by transplanting up to several thousands of follicular units with high densities into small micro-slits. This technique also allows for increasing the hair density without injuring surrounding original pre-existing hairs. In progressive, early or advanced androgenetic alopecia, additional medical therapy is highly recommended to stabilize the condition. Otherwise, depending on supply and demand of donor hair, only a partial hair restoration can be achieved with a satisfying density. Since hair transplantation requires a precise sequence of surgical steps and careful handling of the tiny grafts, the skills and experience of the hair surgeon and his or her team are crucial. The medical risks of an assembly-line way of performing this surgery by non-licensed, non-physician staff, as reported from national clinics and medical tourism, should not be underestimated. The German Association of Hair Surgeons and the International Society of Hair Restoration Surgery offer patient information, as well as continuous medical education and guidelines for interested physicians to ensure the highest quality standard of care. HINTERGRUND UND ZIELE: Die mikrochirurgische autologe Haartransplantation als Follicular-Unit-Transplantation ermöglicht eine dauerhafte, natürlich aussehende Verbesserung bei androgenetischer Alopezie von Mann und Frau sowie Kopfhautnarben. Voraussetzungen sind ausreichend patienteneigene Spenderhaare und realistische Patientenerwartungen sowie eine individuelle und persönliche Planung der Verteilung der Transplantate für eine nachhaltige Haarwiederherstellung. Eine ärztliche Voruntersuchung und Aufklärung sind dazu unerlässlich. Durch Verpflanzung von bis zu mehreren tausend Follikeleinheiten in hoher Dichte in passgerechte Mikroschlitze sind sehr natürliche Ergebnisse erreichbar, auch eine Verdichtung ohne Verletzung bestehender Haare ist so möglich. Bei progredienter bzw. ausgeprägter androgenetischer Alopezie ist eine zusätzliche medikamentöse Stabilisierung empfehlenswert, da ansonsten – je nach Spenderhaarmenge – nur Teilrekonstruktionen in zufriedenstellender Dichte möglich sein können. Da die Haartransplantation eine präzise Planung und zügige Abfolge einzelner Schritte bei schonender Handhabung der winzigen lebenden Grafts erfordert, sind die Erfahrung und Übung von Haarchirurg/in und festem Team entscheidend. Die medizinischen Risiken bei fließbandähnlicher Durchführung operativer Tätigkeiten durch nichtärztliches, unerfahrenes Personal, wovon leider im In- und Ausland zunehmend berichtet wird, sind nicht zu unterschätzen. Der Verband deutscher Haarchirurgen (VDHC) und die internationale Dachgesellschaft International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS) bieten seriöse Informationen für Patienten und Leitlinien sowie Fortbildungen zur Sicherung der Qualitätsstandards für interessierte Ärzte.
Excisions and biopsies are firmly anchored in everyday dermatology. The biopsy, excision or diagnostic-therapeutic confirmation of the clinical diagnosis of neoplasms or inflammatory diseases is decisive for the dermatopathological diagnosis of tissue samples. Dermatopathology, however, is not a magic box into which a tissue sample can be placed without comment or information and receive-within 24 h at the latest-a complete, high-quality diagnosis. The present article describes problems, hurdles, and challenges in everyday dermatopathology that occur on the way to the microscope, even before the actual dermatopathological diagnosis takes place. Exzisionen und Biopsien sind fest im dermatologischen Alltag verankert. Die Biopsie, Exzision bzw. diagnostisch therapeutische Diagnosesicherung von tumorösen oder entzündlichen Erkrankungen steht und fällt mit der dermatopathologischen Befundung von Gewebeproben. Die Dermatopathologie ist allerdings keine Zauberbox, in die kommentar- und informationslos Gewebeproben verbracht werden können und längstens innerhalb 24 h fertige hochqualitative und vollständige Diagnosen herauskommen. Der vorliegende Beitrag soll Probleme, Hürden und Herausforderungen im dermatopathologischen Alltag beschreiben, die sich bereits auf dem Weg zum Mikroskop ereignen, noch bevor die eigentliche dermatopathologische Befundung stattfindet.
The mRNA-1273 vaccine against SARS-CoV‑2 was approved in Europe in early 2021. Meanwhile, there are a number of case reports of delayed local reactions after vaccination ("COVID arm"). In these reports, superficial lymphocytic infiltrates were described, but no involvement of the deep dermis or subcutis. We report the case of a healthy 32-year-old man with involvement of the deep dermis and subcutis after vaccination with mRNA-1273. This case is the first to show a delayed T‑cell mediated reaction with a deep pattern of reaction, with the dermal perivascular and periadnexal infiltrate extending from the papillary dermis into the deep reticular dermis and subcutis. The infiltrate was predominantly lymphocytic with an admixture of histiocytes and neutrophil granulocytes, scattered mast cells and sparse eosinophil granulocytes. Der Impfstoff mRNA-1273 gegen SARS-CoV‑2 wurde Anfang 2021 in Europa zugelassen. Inzwischen liegen einige Fallberichte zu verzögerten Lokalreaktionen nach Impfung vor („COVID-Arm“). Es wurden dabei oberflächliche lymphozytäre Infiltrate beschrieben, jedoch keine Beteiligung der tiefen Dermis oder Subkutis. Wir berichten über den Fall eines gesunden 32-jährigen Mannes mit Beteiligung der tiefen Dermis und Subkutis nach Impfung mit mRNA-1273. Dieser Fall zeigt erstmals eine verzögerte T‑Zell-vermittelte Reaktion mit tiefem Reaktionsmuster, wobei sich das dermale perivaskuläre und periadnexiale Infiltrat von der papillären Dermis bis in die tiefe retikuläre Dermis und die Subkutis erstreckte. Es zeigte sich ein überwiegend lymphozytäres Infiltrat mit einer Beimischung von Histiozyten und neutrophilen Granulozyten, vereinzelten Mastzellen und spärlichen eosinophilen Granulozyten.
Herpes zoster (HZ) is a common skin disease resulting from a regionally limited reactivation of a latent infection with the varicella zoster virus (VZV). Despite its usually self-limiting course, HZ is associated with a considerable individual and public health burden of disease, particularly due to its high rate of postherpetic neuralgia (PHN). To improve knowledge of the current recommendations for the prevention, diagnosis and treatment. Narrative review and summary of current guideline recommendations. In Germany, the recombinant VZV subunit zoster vaccine is recommended for all adults of 60+ years and for immunocompromised persons of 50+ years. The diagnosis of HZ is clinical; in case of uncertainty, laboratory investigations can help confirm the diagnosis. For patients with HZ ophthalmicus, HZ oticus or neurological complications, an interdisciplinary approach is advantageous. Antiviral treatment should be started as early as possible; various factors, including the duration and location of the disease, the patient's age and signs of a complicated course, serve to determine the indication to initiate an antiviral medication. The choice of the appropriate treatment depends, among other factors, on the intravenous availability, comorbidities and intake preferences. Early and sufficient analgesic treatment according to the WHO pain ladder and, if required, with anticonvulsant adjuvants is necessary to treat acute pain and to reduce the risk for PHN. Implementation of the current recommendations for the prevention, diagnosis and treatment of HZ and PHN is important to reduce the high burden of disease and improve quality of life of the patients. HINTERGRUND: Herpes zoster (HZ) ist eine häufige Hauterkrankung, die aus einer regional begrenzten Reaktivierung einer latenten Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus resultiert. Trotz des zumeist selbstlimitierenden Verlaufs geht HZ u. a. aufgrund der hohen Rate postherpetischer Neuralgien (PHN) mit einer erheblichen individuellen und gesundheitsökonomischen Krankheitslast einher. Den Kenntnisstand über aktuelle Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung verbessern. Selektive Literaturrecherche und Zusammenfassung aktueller Leitlinienempfehlungen. Die Impfung mit dem HZ-Subunit-Totimpfstoff ist in Deutschland für alle Personen ab 60 Jahren und als Indikationsimpfung für Immunkompromittierte ab 50 Jahren empfohlen. Die Diagnose eines HZ wird klinisch gestellt, bei Unsicherheit können Laboruntersuchungen den Verdacht bestätigen. Bei HZ ophthalmicus, HZ oticus oder neurologischen Komplikationen ist ein interdisziplinäres Vorgehen vorteilhaft. Eine antivirale Behandlung sollte so früh wie möglich beginnen; zur Indikationsstellung sind u. a. Dauer und Lokalisation, Patientenalter und Hinweise auf komplizierte Verläufe zu berücksichtigen. Die Auswahl der geeigneten Medikation wird u. a. durch die intravenöse Verfügbarkeit, Komorbiditäten und Einnahmepräferenzen bedingt. Eine suffiziente analgetische Behandlung entsprechend dem WHO(Weltgesundheitsorganisation)-Stufenschema und bei Bedarf unter Ergänzung antikonvulsiver Adjuvanzien ist erforderlich, um akute Schmerzen zu behandeln und das Risiko einer PHN zu reduzieren. Die Implementierung der aktuellen Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie des HZ und der PHN ist wichtig, um die hohe Krankheitslast und Einschränkung der Lebensqualität zu vermindern.
There are many different types of skin neoplasms in children and most are benign. Dermatologists should be able to differentiate between the various types of benign skin neoplasms and be able to recommend optimal treatment to concerned patients. Surgical removal of benign skin neoplasms is often the only treatment option. The aim of this paper is to provide a general overview of epidermal lesions (e.g., inflammatory linear verrucous epidermal nevus [ILVEN], nevus sebaceous), tumors of the epidermal appendages (e.g. pilomatrixoma), cutaneous neoplasms (e.g. angiofibroma), fibromatoses (e.g., knuckle pads), tumors comprised of fat, muscle, or bone tissue (e.g., osteoma cutis, subungual exostosis), epidermal cysts and pseudocysts, and pathologic fibrosis reactions after dermal injury (keloid). Scientific data are scarce and only in the last decade has it been possible to perform histopathological examinations and genetic studies together with detailed phenotyping to gain new understanding of the pathogenetic mechanisms. Hauttumoren bei Kindern sind variantenreich und zeigen meist gutartige Verläufe. Dermatologen sollten die zahlreichen gutartigen Hauttumoren zu differenzieren wissen und in der Lage sein, den besorgten Patienten die optimale Behandlung zu empfehlen. Eine chirurgische Entfernung der gutartigen Hauttumoren ist oft die einzige Therapiemöglichkeit. Ziel dieser Publikation ist es, einen Gesamtüberblick zu geben über die epidermalen Tumoren (z. B. „inflammatory linear verrucous epidermal nevus“ [ILVEN], Naevus sebaceus), Tumoren der epidermalen Anhangsgebilde (z. B. Pilomatrixom), dermalen Tumoren (z. B. Angiofibrom), Fibromatosen (z. B. Fingerknöchelpolster), Tumoren des Fett‑, Muskel oder Knochengewebes (z. B. Osteoma cutis, subunguale Exostose), Epidermalzysten und Pseudozysten und pathologische Fibrosierung als Reaktionen nach Hautverletzungen (Keloid). Wissenschaftliche Daten hierzu sind rar, und erst im letzten Jahrzehnt machten es histopathologische Untersuchungen und genetische Studien zusammen mit ausführlicher Phänotypisierung möglich, ein neues Verständnis der pathogenetischen Mechanismen zu gewinnen.
Health-related quality of life is negatively affected in patients with food allergies. Analysis of health-related quality of life of adults allergic to tree nuts or peanuts. Health-related quality of life was analysed via the Food Allergy Quality of Life Questionnaire - Adult Form (FAQLQ-AF) and the Short Form 12 (SF12) questionnaire. In addition, a diagnostic workup including a detailed patient history, skin prick test and analysis of specific IgE was performed. An oral food challenge was offered to all patients. Food allergic patients (n = 63) reported an average burden of 3.91 ± 1.41 points on the FAQLQ-AF and 3.31 ± 1.03 points on the Food Allergy Independent Measure (FAIM), a measure for the perceived disease severity. A higher mean FAIM score was the most important predictor of higher results (worse quality of life) in the FAQLQ-AF. The SF12 questionnaire was not able to discriminate between food allergic patients and healthy controls (n = 16). A tree nut and/or peanut allergy was perceived as an impairment of health-related quality of life, which is directly associated with the perceived severity of disease. Disease-specific quality of life questionnaires can capture the burden associated with peanuts or tree nuts allergies. HINTERGRUND: Nahrungsmittelallergien können einen negativen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität betroffener Patienten haben. ZIEL: Es erfolgte die Untersuchung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei erwachsenen Patienten mit einer Allergie auf Schalenfrüchte und/oder Erdnüsse. Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität erfolgte mithilfe des Food Allergy Quality of Life Questionnaire – Adult Form (FAQLQ-AF) und des Short Form 12 (SF12). Darüber hinaus wurden die Anamnese, ein Hautpricktest sowie eine Analyse der spezifischen Ig(Immunglobulin)E-Werte und in ausgewählten Fällen eine Nahrungsmittelprovokation durchgeführt. Die schalenfrucht- und/oder erdnussallergischen Patienten (n = 63) gaben eine durchschnittliche Beeinträchtigung von 3,91 ± 1,41 Punkten im FAQLQ-AF an, die subjektive Wahrnehmung der Krankheitsschwere mittels des Food Allergy Independent Measure (FAIM) lag bei 3,31 ± 1,03 Punkten. Der FAIM stellte den wichtigsten Einflussfaktor für eine höhere Punktzahl im FAQLQ-AF dar. Der SF12 konnte nicht zwischen allergischen Patienten und Kontrollpersonen (n = 16) unterscheiden. Eine Schalenfrucht- und/oder Erdnussallergie wurde von den untersuchten Patienten als mittlere Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im FAQLQ-AF eingestuft. Die Beeinträchtigung steht in direktem Zusammenhang mit der subjektiv empfundenen Krankheitsschwere. Zusammenfassend sind krankheitsspezifische Lebensqualitätsfragebögen geeignet, um Beeinträchtigungen durch Allergien gegen Schalenfrüchte und/oder Erdnüsse zu erfassen.
Patients with a variety of dermatologic conditions, ranging from mild to life-threatening course of disease, present to the dermatological emergency service. The article provides an overview of prevalent conditions and recommendations for diagnosis and treatment according to guidelines. Major acute allergic diseases such as anaphylaxis, urticaria, angioedema and cutaneous drug reactions are discussed. In the field of infectious skin diseases, herpes zoster and erysipelas are common reasons for dermatological consultation. In recent years, scabies has reemerged. Educating patients properly about scabies management can prevent further treatment failures. Finally, the article focuses on sexually transmitted infections including urogenital gonorrhea and chlamydia. Im hautärztlichen Notdienst erwartet den Dermatologen ein weites Spektrum an Erkrankungen. Dabei ist eine rasche, klinische Differenzierung zwischen mild verlaufenden und hochakuten, potenziell lebensbedrohlichen Krankheitsbildern gefragt. Der folgende Beitrag behandelt eine Auswahl häufiger Krankheitsbilder einschließlich leitliniengerechter Diagnostik und Therapie. Aus dem allergologischen Formenkreis werden die wesentlichen Prinzipien des Anaphylaxiemanagements, die Urtikaria, das Angioödem sowie die kutanen Arzneimittelreaktionen vorgestellt. Aus der Gruppe der Haut- und Weichteilinfektionen sind der Herpes zoster und das Erysipel häufige Konsultationsgründe. Die Skabies erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance: Präzise Therapieanweisungen des Behandlers sind in Anbetracht häufiger Anwendungsfehler und frustraner Therapieverläufe entscheidend. Abschließend werden die sexuell übertragbaren Erkrankungen dargestellt mit einem besonderen Fokus auf urogenitale Gonokokken- und Chlamydieninfektionen.
The advantages and disadvantages of the nationwide skin cancer screening which was introduced in 2008 are regularly discussed. Do missed skin cancer screenings change the tumor depths? Evaluation and analysis of office data from the second quarters of 2019, 2020 and 2021 were compared using the one-way analysis of variance (ANOVA) with Welch's F test. There was a significant increase in the tumor thickness in squamous cell carcinoma and basal cell carcinoma, while there was only a tendency due to the small amount of data available for malignant melanoma. The results of the analysis emphasize the importance of the skin cancer screening as a method of early detection and reduction of mutilating operations and expensive immunotherapies by the prompt detection of malignant tumors. HINTERGRUND: Das Pro und Kontra des 2008 bundesweit eingeführten Hautkrebsscreenings wird immer wieder diskutiert. Kommt es durch versäumte Hautkrebsscreeninguntersuchungen zur Änderung der Tumoreindringtiefe? Auswertung und Analyse von Praxisdaten aus den Vergleichsquartalen II/19, II/20 und II/21 mit der einfaktoriellen Varianzanalyse (Anova) mit Welch’s F‑Test. Signifikante Zunahme der Eindringtiefe bei Plattenepithelkarzinomen und Basalzellkarzinomen, bei malignen Melanomen aufgrund geringer Daten nur Trend zu Dickenzunahme erkennbar. Die Ergebnisse der Untersuchung unterstreichen die große Bedeutung des Hautkrebsscreenings als Methode der Früherkennung und Reduktion von aufwendigen mutilierenden Operationen und belastenden teuren Immuntherapien durch raschere Erkennung der malignen Tumoren.
The incidence of nonmelanoma skin cancer, the most common cancer in humans, continues to rise. The development of precancerous actinic keratoses and cutaneous squamous cell carcinoma (cSCC) is associated with infection with human papillomavirus (HPV) of genus beta (betaHPV). Persistent betaHPV infections in immunocompetent individuals are generally very well controlled by the immune system and largely asymptomatic. However, immunosuppression results in high levels of betaHPV in the skin and consequently increased viral oncoprotein activity, which in turn leads to a significantly increased risk for skin cancer. However, even in immunocompetent individuals, the risk of cSCC increases with age as a result of accumulated UV-induced DNA damage in the skin. In these patients, the mechanism of betaHPV-dependent carcinogenesis seems to be different from that observed in immunocompromised patients. The underlying mechanism of oncogenesis in immunocompetent patients is currently less well understood. This review summarizes the current research data, which provide compelling evidence that cutaneous papillomaviruses, particularly in interaction with UV light, promote skin carcinogenesis via a "hit-and-run" mechanism by enhancing the genotoxic effects of UV light in the initial phases of this multistep process. Furthermore, an overview of novel vaccination strategies against papillomaviruses that are currently tested in clinical trials is provided, which could significantly improve the treatment options for high-risk patients in the future. Nichtmelanozytärer Hautkrebs stellt die am häufigsten beim Menschen auftretende Krebserkrankung dar, deren Inzidenz sogar immer weiter ansteigt. Die Entwicklung von präkanzerösen aktinischen Keratosen und des Plattenepithelkarzinoms der Haut (cSCC) wird mit Infektionen von humanen Papillomviren (HPV) des Genus beta (betaHPV) in Verbindung gebracht. Persistierende betaHPV-Infektionen sind bei immunkompetenten Individuen sehr gut kontrolliert und verlaufen weitestgehend asymptomatisch, eine geschwächte Immunkontrolle hingegen führt zu hohen betaHPV-Mengen in der Haut. Die Folge ist eine erhöhte Aktivität der viralen Onkoproteine, was mit einem signifikant erhöhten Hautkrebsrisiko einhergeht. Doch auch bei immunkompetenten Personen steigt das Risiko für cSCC mit zunehmendem Alter stark an, bedingt durch die Akkumulation von UV-Schäden in der Haut. Interessanterweise scheint der Mechanismus der betaHPV-abhängigen Karzinogenese bei immunkompetenten Menschen anders zu verlaufen als bei immunsupprimierten Patienten. Der zugrunde liegende Mechanismus der Onkogenese ist bei immunkompetenten Patienten jedoch weit weniger gut verstanden. Dieser Übersichtsbeitrag fasst jüngste Forschungsdaten zusammen. Diese deuten darauf hin, dass kutane Papillomviren, insbesondere im Zusammenspiel mit UV-Licht, über einen „Hit-and-Run“-Mechanismus die Hautkarzinogenese fördern. Dies geschieht, indem sie die genotoxischen Wirkungen von UV-Licht in der ersten Phase dieses mehrstufigen Prozesses verstärken. Des Weiteren wird ein Überblick über sich derzeit in Entwicklung befindende Impfansätze gegen Papillomviren gegeben, die in Zukunft die Behandlungsmöglichkeiten von Hochrisikopatienten erheblich verbessern könnten.
Sunscreen products containing inorganic micronized titanium dioxide (TiO2) and zinc oxide (ZnO) have been available since the 1950s. Their cosmetic acceptance remained limited as they persist as a white paste on the skin. By reducing the size of the particles into the nano-range below 100 nm, their optical property of reflecting visible light is reduced. After the year 2000, organic filters of this size range were developed. The enthusiasm for nanotechnology that prevailed at the time did not transfer to sunscreen products with nanoparticulate filters. Consumers suspect that the particles permeate the skin, are absorbed by the blood, and spread throughout the body causing illness. Not least due to public pressure, cosmetics-which include sunscreen products-became the first product segment in which accordingly manufactured substances were subjected to strict regulations. Despite advanced regulation and strict approval procedures for nanoparticulate filters, public reservations remained. Possible reasons for this are lack of knowledge or mistrust of the applicable legislation, unclear perception of the behavior of nanoparticles in sunscreen products and as a result unclear perceptions of hazard, risk, and exposure. Against this background, the nature and behavior of nanoparticulate filters in sunscreens on the skin and potentially in the skin, as well as the regulatory framework that ensure that nanoparticulate filters and the products containing them are safe to use are discussed. Seit den 1950er-Jahren sind anorganische Sonnenschutzmittel mit mikronisiertem Titandioxid (TiO2) und Zinkoxid (ZnO) erhältlich. Deren kosmetische Akzeptanz blieb beschränkt, da sie als weiße Paste auf der Haut zurückbleiben. Durch Verkleinerung der Partikel in den Nanobereich unter 100 nm wurde deren optische Eigenschaft, sichtbares Licht zu reflektieren, verringert. Nach 2000 wurden auch organische Filter in dieser Größenordnung entwickelt. Die damals herrschende Begeisterung für Nanotechnologie übertrug sich nicht auf Sonnenschutzmittel mit nanopartikulären Filtern. Verbraucher vermuten, dass die Partikel durch die Haut dringen, vom Blut aufgenommen werden, sich im Körper verteilen und Krankheiten verursachen. Nicht zuletzt aufgrund von Druck der Öffentlichkeit wurden Kosmetika – zu denen auch Sonnenschutzmittel gehören – das erste Produktsegment, in dem nanopartikuläre Stoffe strengen Regeln unterworfen wurden. Trotz fortschrittlicher Regulierung und strenger Zulassungsverfahren für nanopartikuläre Filter blieben Vorbehalte bestehen. Mögliche Gründe dafür sind mangelnde Kenntnisse über die geltenden Rechtsvorschriften oder Misstrauen gegenüber diesen, unklare Vorstellungen über das Verhalten von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln und infolgedessen eine unklare Wahrnehmung von Gefahr, Risiko und Exposition. Vor diesem Hintergrund werden das Wesen und Verhalten von nanopartikulären Filtern in Sonnenschutzmitteln auf der Haut und potenziell in der Haut sowie der Regulierungsrahmen, der sicherstellt, dass nanopartikuläre Filter und die sie enthaltenden Sonnenschutzmittel sicher in der Anwendung sind, diskutiert.
Of the 15 currently known human polyomaviruses (HPyV), eight have been found on healthy skin. Merkel cell polyomavirus (MCPyV), HPyV6, HPyV7, and to a lesser extent Saint Louis polyomavirus (STLPyV) are considered part of the human cutaneous virome. The most important cutaneous polyomavirus, MCPyV, causes the majority of Merkel cell carcinomas (MCC). MCC is a rare but very aggressive malignant skin tumor that affects both immunocompetent and immunosuppressed patients. A steady increase in incidence rates of this skin tumor has been observed in recent decades. MCC occurs primarily on sunlight-exposed skin of fair-skinned individuals. Risk factors for MCC development include immunosuppression and advanced age. In immunocompromised individuals, primary infection with trichodysplasia spinulosa-associated polyomavirus (TSPyV) can cause the very rare skin disease trichodysplasia spinulosa (TS). Keratin spines (spicules), mainly in the center of the face, clinically characterize this disease. Skin lesions associated with further HPyV have been described exclusively in immunocompromised individuals. For HPyV6 and HPyV7, cases of epithelial proliferation and pruritic dyskeratotic dermatitis have been published. HPyV9 and New Jersey polyomavirus (NJPyV-13) were each found in different skin lesions of individual patients. The role of these polyomaviruses in the development of the skin lesions is still unclear. Von den gegenwärtig bekannten 15 humanen Polyomaviren (HPyV) wurden 8 auf gesunder Haut gefunden. Merkelzell-Polyomavirus (MCPyV), HPyV6, HPyV7 sowie das seltener vorkommende Saint Louis-Polyomavirus (STLPyV) gelten als Teil des humanen kutanen Viroms. Das wichtigste kutane Polyomavirus, MCPyV, verursacht einen Großteil der Merkelzellkarzinome (MCC). Das MCC ist ein seltener, aber sehr aggressiver maligner Hauttumor, der neben immunsupprimierten auch immunkompetente Patienten betrifft. In den letzten Jahrzehnten wurde eine stetige Zunahme der Inzidenzraten dieses Hauttumors beobachtet. MCC treten v. a. auf Sonnenlicht-exponierten Hautarealen hellhäutiger Menschen auf. Risikofaktoren für die Entwicklung eines MCC sind Immunsuppression und hohes Alter. Die Primärinfektion mit dem Trichodysplasia-spinulosa-assoziierten Polyomavirus (TSPyV) kann bei Immunsupprimierten die sehr seltene Hauterkrankung Trichodysplasia spinulosa (TS) verursachen. Keratinstachel (Spicula), hauptsächlich im zentralen Gesicht, charakterisieren diese Erkrankung. Ausschließlich bei Immunsupprimierten wurden Hautläsionen in Zusammenhang mit weiteren HPyV beschrieben. Für HPyV6 und HPyV7 wurden Fälle epithelialer Proliferationen und juckender dyskeratotischer Dermatitiden veröffentlicht. HPyV9 und New Jersey-Polyomavirus (NJPyV-13) wurden jeweils in unterschiedlichen Hautveränderungen einzelner Patienten gefunden, wobei die Rolle dieser Polyomaviren bei der Entstehung der Hautläsionen noch unklar ist.
Sunscreens provide excellent protection against erythema and against chronic damage such as photoaging and skin cancer. Today's challenges concern safety of the products and improved methods for standardizing the evaluation of their efficacy. Other important topics are the further development of sunscreen products, as well as personalization of use. Personalized sun protection based on the phenotype, the genetic profiles and moreover the skin's microbiome - all linked to the identification of certain consumer susceptibility factors - is an exciting new area of research. In particular, the expansion with innovative topical agents such as DNA repair liposomes in improved galenic formulations with UV filters tailored to the skin phototype and new topical antioxidants could in future provide even more comprehensive sun protection. New antioxidants and other agents such as nicotinamide could increase systemic photoprevention. Sustainability will also be an important aspect to protect consumers, but also the environment (i.e. especially marine wildlife) from toxic effects of sunscreens. Sonnenschutzmittel schützen hervorragend gegen Erythem und gegen chronische Schäden wie die Lichtalterung (Photoaging) und Hautkrebs. Aktuelle Herausforderungen betreffen die Sicherheit der Produkte und verbesserte Methoden, um ihre Wirksamkeit standardisiert zu bewerten. Weitere wichtige Themen sind die Weiterentwicklung von Sonnenschutzmitteln sowie die Personalisierung der Anwendung. Personalisierter Lichtschutz, der auf dem Phänotyp, den genetischen Profilen und darüberhinausgehend dem Mikrobiom der Haut – allesamt verbunden mit der Identifikation von bestimmten Suszeptibilitätsfaktoren der Verbraucher – beruht, ist ein spannendes neues Forschungsfeld. Insbesondere die Erweiterung mit innovativen topischen Agenzien wie DNS(Desoxyribonukleinsäure)-Reparatur-Liposomen in verbesserten galenischen Formulierungen mit auf den Hauttyp abgestimmten UV-Filtern und neuen topischen Antioxidanzien könnte zukünftig einen noch umfassenderen Sonnenschutz ermöglichen. Neue Antioxidanzien und andere Agenzien wie beispielsweise Nicotinamid könnten die systemische Photoprävention noch verstärken. Nachhaltigkeit wird zudem ein wichtiger Aspekt, um die Verbraucher, aber auch die Umwelt (d. h. insbesondere die marine Tier- und Pflanzenwelt) vor toxischen Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln zu bewahren.
Benign cutaneous vascular and cutaneous neoplasms arising from muscle or adipose tissue are rare. Their definition and classification are still controversially discussed. Histopathological and immunohistochemical studies, together with the new genetic tests, contribute significantly to the correct description of the various benign neoplasms of cutaneous origin. Clarifying whether a lesion is benign is fundamental for prognosis and therapeutic management. In most cases, surgical excision is the treatment of choice. Dermatologists should be familiar with the classifications of the most common benign cutaneous neoplasms of vascular, muscular, and adipose tissue and be able to recommend the procedures currently used for an accurate diagnosis. Ensuring that a lesion is benign and a good surgical outcome are essential for the patient. Benigne kutane Gefäßtumoren sowie Hauttumoren, die aus Muskel- oder Fettgewebe hervorgehen, sind selten. Ihre Definition und Klassifikation ist noch umstritten. Histopathologische und immunhistochemische Untersuchungen tragen zusammen mit den neuen Gentests wesentlich zur korrekten Beschreibung der verschiedenen benignen Tumoren kutanen Ursprungs bei. Die Benignität der Läsion abzuklären ist von grundlegender Bedeutung für die Prognose und das therapeutische Vorgehen. In den meisten Fällen stellt die schlichte chirurgische Entfernung die Therapie der Wahl dar. Dermatologen sollten die bestehende Klassifikation der häufigsten benignen Gefäß‑, Muskel- und Fettgewebstumoren der Haut kennen und die gegenwärtig für eine genaue Diagnose eingesetzten Verfahren empfehlen können. Die Sicherung der Benignität einer Läsion und ein gutes operatives Ergebnis sind für den Patienten essenziell.
Benign cutaneous neoplasms are well defined histologically with absence of all of the following features: architectural disorder, necrosis, cytologic atypia, and atypical mitotic figures. The clinical appearance of any neoplasm is a very important diagnostic factor. The classification of the lesion determines the therapeutic options. This article summarizes the clinical aspects and treatments of the most common benign tumors of the epidermis and its appendages. Gutartige Hauttumoren sind histologisch gut definiert durch das Fehlen von Zeichen der Malignität wie unruhige Gewebestruktur, Nekrose, Zellatypien und atypische Mitosen. Für die Diagnose ist das klinische Bild entscheidend. Die diagnostische Klassifikation der Hautveränderung bestimmt auch die therapeutischen Möglichkeiten. Dieser Beitrag fasst die klinischen Erscheinungsbilder sowie die Therapien der häufigsten gutartigen Tumoren der Epidermis und ihrer Adnexe zusammen.
Platelet rich plasma (PRP) injections have been reported to be an effective and low side effect treatment for androgenetic alopecia (AGA). However, robust data concerning this therapy are lacking. We address some potentially critical aspects of PRP treatment and give some reasons why study results may differ. In the following review we give a brief overview of the current literature and compare the results of the various trials. In recent years, several clinical trials have been published that have revealed different but rather positive results, which offers hope to those affected by AGA and to physicians as well. However, the results were observed in methodologically weak trials and data from randomized controlled trials are lacking. Differences in trial designs have made it difficult to draw concrete conclusions about its clinical efficacy. Even in the studies where no hair-growth-promoting effect could be observed, the majority of subjects were at least satisfied with the result. The combination of several treatment approaches seems to lead to optimal improvement in hair growth. There are many factors that could have influenced the results of the different studies. The results were observed in methodologically weak studies, giving reason for caution when drawing conclusions. Nevertheless, the majority of the subjects were at least satisfied with the result. Given the current low level of evidence, PRP treatments need to be further investigated in larger studies. HINTERGRUND: Injektionen mit plättchenreichem Plasma (PRP) werden als effektive und nebenwirkungsarme Behandlung der androgenetischen Alopezie (AGA) dargestellt. Profunde wissenschaftliche Daten zu dieser Methode fehlen jedoch. Wir möchten auf einige potenziell kritische Aspekte der PRP-Behandlung eingehen und erläutern, warum sich einige Studienergebnisse möglicherweise unterscheiden. In der nachfolgenden Übersichtsarbeit geben wir einen kurzen aktuellen Literaturüberblick und stellen die Ergebnisse der unterschiedlichen Studien gegenüber. Die Ergebnisse der Studien sind unterschiedlich, aber haben eher eine positive Tendenz, was Betroffene und auch Ärzte zuversichtlich stimmt. Auch in den Studien, in denen kein objektiver Haarzuwachs beobachtet werden konnte, erklärte sich der Großteil der Probanden mit dem Ergebnis zufrieden. Obwohl einige Studien darauf hingewiesen haben, dass PRP zumindest bei gewissen Patienten das Haarwachstum positiv beeinflussen könnte, machen wesentliche Unterschiede im Studiendesign es schwierig, konkrete Schlussfolgerungen über die klinische Wirksamkeit zu ziehen. Insbesondere mangelt es an Daten aus randomisierten placebokontrollierten Studien. Die Kombination mehrerer Behandlungsansätze scheint zur optimalen Verbesserung des Haarwachstums zu führen. Es gibt viele Faktoren, die die Ergebnisse der unterschiedlichen Studien beeinflusst haben könnten. Die Ergebnisse wurden in methodisch eher schwachen Studien beobachtet, weshalb Schlussfolgerungen daraus eher kritisch betrachtet werden sollten. Dennoch scheint die Behandlungsmethode bei vielen Patienten durchweg positiv angenommen zu werden. Angesichts des derzeit geringen Evidenzniveaus müssen PRP-Behandlungen in größeren Studien weiter untersucht werden.