Um 1970 setzte in der Bundesrepublik eine Welle der Popularisierung von psychologischem Wissen und psychotherapeutischen Praktiken ein. Wissenschaftliche wie populäre Sachbücher zu den Themen Psychologie, Psychoanalyse und Psychotherapie kamen in immer größerer Zahl und Auflage auf den Markt, Hunderttausende nahmen an Therapie- und Selbsterfahrungsgruppen teil. Maik Tändler rekonstruiert die komplexen wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Entstehungsbedingungen und die gesellschaftliche Dynamik dieses 'Psychobooms'. Dabei zeigt sich, dass dieser weder auf randständige Psychosekten noch auf eine entpolitisierte 'neue Innerlichkeit' reduziert werden kann. Es handelte sich vielmehr um eine übergreifende gesellschaftliche Entwicklung, die entscheidend von den gesellschaftspolitischen Verheißungen der 68er-Jahre vorangetrieben wurde: Die rasante Verbreitung psychologisch-therapeutischer Praktiken in den 1970er Jahren erklärt sich vor allem daraus, dass sie als demokratisierende und emanzipatorische Selbsttechnologien verstanden wurden. Doch während die therapeutischen Utopien zum Ende des Jahrzehnts versiegten, bereitete der Psychoboom langfristig den Boden für die Ausbreitung therapeutischer Selbstoptimierungstechniken im Zeichen einer immer weiter voranschreitenden Ökonomisierung des Selbst.
AbstractIn schemagerichte therapie wordt de therapeutische relatie gezien als een wezenlijk element in de diagnostiek en behandeling van schema's. De therapeutische relatie heeft twee eigenschappen die kenmerkend zijn voor schemagerichte therapie: een therapeutische houding van empathische confrontatieen het gebruik van beperkte reparenting. Bij empathische confrontatie – of empathische realiteitstoetsing – gaat het erom dat de therapeut begrip toont voor de redenen waarom patiënten hun schema's bestendigen en hen tegelijkertijd confronteert met de noodzaak van verandering. Beperkte reparenting houdt in dat er, binnen de juiste grenzen van de therapeutische relatie, datgene geboden wordt waaraan de patiënten als kind behoefte hadden, maar wat zij van hun ouders niet kregen.
Während die Relevanz von Patientenerzählungen und therapeutischen Deutungen für den Therapieprozess viel diskutiert wird, wird den therapeutischen Fragen weniger Beachtung geschenkt. In diesem Artikel wird dafür argumentiert, therapeutische Fragen als potenziell veränderungsrelevante Verfahren der gemeinsamen Konstruktion von Erzählungen zu betrachten. Therapeutische Fragen sind maieutisch ausgerichtet, das heißt sie regen den Patienten an, von sich aus die Erzählung zu expandieren und dabei zu psychologisch relevanten Deutungen des Erzählten zu gelangen. Therapeuten scheinen in ihren Reaktionen auf Patientenerzählungen der Präferenzreihenfolge Produktion von Continuern (Fortsetzungssignalen) Schweigen Fragen Deuten zu folgen. Sie greifen also erst zur selbstproduzierten Deutung, wenn der Patient von sich aus keine produziert. Diese Präferenzreihenfolge der Therapeutenreaktionen reflektiert eine Präferenz für die Selbstdeutung des Patienten, die maieutisch, das heißt durch sokratisches Fragen, unterstützt wird.
Gedichte über kurdische Frauen, die 1988 Opfer der Al-Anfal-Ereignisse wurden, bei denen 182 000 Menschen im Irak verschleppt worden waren, bewegten mich zum Schreiben des Theaterstücks Amanat. Unter Gefahren wurde Amanat mit und für Menschen 2007 in der Nähe von Kirkuk einmalig an zwei verschiedenen Orten aufgeführt. Mit Beteiligung der Angehörigen wurde ein Gedenkstein mit den Namen der Vermissten aufgestellt und ein Baum für jedes Opfer gepflanzt. 2016 wurde ein Theatermonument innerhalb eines theatralen Rituals eingerichtet. Diese Produktion erweitert die Vorstellungen des europäischen Theaters. Vielfältige belastende Erinnerungen machen das Leben und Denken schwer. Der Zugang zu Therapie ist in vielen Ländern keine etablierte Kultur. Das Ende eines Krieges ist nicht das Ende des Krieges in den Köpfen vieler Menschen. Welche therapeutische Wirkung hat das Theater auf Menschen, die Angehörige durch ein Gewaltereignis verloren haben? An wen richtet sich ein therapeutisches Theatermodell? &nbsp; <bold>Biographische Informationen</bold> Hawre Zangana ist der Künstlername von Husain Zangana. Er ist Autor und Regisseur in Deutschland und Kurdistan. Neben vielen Veröffentlichungen über kurdisches und interkulturelles Theater publizierte er 2002 das Buch „Theater als Form des Widerstandes in Kurdistan“. Er war zwei Jahre Mitglied des Migrationsbeirats der Landeshauptstadt München. Er ist Mitbegründer der kurdischen Kulturschule Rojin in München und Mitbegründer des Münchner internationalen Theaters. Zangana arbeitet als Pädagoge und therapeutischer Berater in München. &nbsp; <bold>Reihe</bold> Theaterwissenschaft - Band 28
Die Ausbreitung und Absorption von Ultraschall im menschlichen Gewebe wird gemessen, die Absorptionskonstante für Fett- und Muskelschichten angegeben und die Abhängigkeit der Absorption von der Frequenz gezeigt. Es ergeben sich Absorptionswerte, die ungefähr denjenigen stark absorbierender homogener Flüssigkeiten entsprechen. Die Einwirkung der Ultraschallstrahlung auf den menschlichen Organismus wird studiert und gezeigt, daß an Stelle der bekannten destruktiven US.-Wirkungen hoher Intensität therapeutische Wirkungen bei geringerer Intensität zu beobachten sind. Die Versuchsprotokolle und Ergebnisse einer Anzahl von Behandlungen bei Ischias, Plexusneuralgie und Arthritis werden besprochen. Es zeigt sich, daß bei neuralgieformen Erkrankungen eine gute therapeutische Beeinflussung erzielt wird.
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Zusammenfassung. Theoretischer Hintergrund: Die therapeutische Beziehung stellt innerhalb der Psychotherapieforschung bei Kindern und Jugendlichen ein weitgehend unerforschtes Gebiet dar. Eine Ursache dieses Forschungsdefizits liegt im Mangel an psychometrisch evaluierten Messinstrumenten. Fragestellung und Methode: In der vorliegenden Untersuchung wurde die ins Deutsche übersetzte Version der Therapeutic Alliance Scales for Children ( Shirk & Saiz, 1992 ) an einer Stichprobe von N = 80 ambulant pychotherapeutisch behandelten Kindern und Jugendlichen und ihrer Therapeuten evaluiert. Ergebnisse: Die Drei-Faktoren-Lösung der amerikanischen Originalversion der Fragebogen konnte repliziert werden. Für die Skalen Arbeitsbeziehung und positive und negative Aspekte der emotionalen Beziehung ergaben sich gute Reliabilitätskennwerte. Der Zusammenhang zwischen Therapeuten- und Patienteneinschätzungen lag vergleichbar dem bei Erwachsenen im mittleren Bereich. Schlussfolgerungen: Der Fragebogen zur Therapeutischen Beziehung für Kinder und Jugendliche (FTB-KJ) bildet eine Grundlage für weitere Prozessstudien in der Kinderpsychotherapieforschung.
Abstract A qualitative study was conducted with expert therapists who are proponents or have written about presence and its importance in psychotherapy. Based on a qualitative analysis of therapists' reports, a working model of therapeutic presence was developed. This included three emergent domains. One domain entails preparing the ground for presence, referring to the pre-session and general life preparation for therapeutic presence. The second domain describes the process of presence, the processes or activities the person is engaged in when being therapeutically present. The third domain reflects the actual in-session experience of presence. Presence is discussed as the foundation of Rogers' basic conditions of empathy, congruence and unconditional positive regard and as the overarching condition that allows them to be expressed.
Seit 1989, dem ersten Erscheinen dieses Buches, hat sich in der deutschsprachigen Psychodrama-Szene einiges verandert: Neue Psychodrama-Ausbildungsinstitute sind entstanden; damit ist die Zahl der Psychodramatiker angewachsen. Neben den vielen Zertifizierungsarbeiten sind auch zunehmend an den Hochschulen — vor allem im Rahmen von Psychologie und Padagogik — Diplom-, Magister- und Promotionsarbeiten zu psycho-dramatischen Fragestellungen geschrieben worden. Einige Autoren haben Morenos therapeutische Philosophie rezipiert, einige haben auf diese Erkenntnisse aufgebaut, einige haben das Material fur ihre Argumentation genutzt, einige haben nur auf diese Ergebnisse verwiesen. Viele aber haben dieses Wissen gar nicht zur Kenntnis genommen, weil sie ihre Psychodrama-Erfahrungen nur mit ihren mitgebrachten Theorien reflektiert haben. Die Neuauflage des wichtigen Grundlagenwerks von Karoline Zeintlinger-Hochreiter (1996) hat diese Erkenntnisse nicht berucksichtigt. Einige Autoren haben so getan, als sei die Zeit stehen geblieben und haben ihre eigenen Ideen weiter ausgearbeitet (z.B. Kruger, 1997). Festzuhalten ist, das zweifellos ein wissenschaftlicher Diskurs in der Psychodrama-Szene inganggekommen ist.
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OBJECTIVES: The HEALTH questionnaire, which originally consisted of 79 items, aims to assess generic aspects of psychosocial health. METHODS: Based on large clinical and healthy samples (n = 1548 psychotherapy inpatients, n = 5630 primary-care patients), the questionnaire was shortened and psychometrically analyzed. RESULTS: The resulting 49-item questionnaire ("HEALTH-49") comprises six discrete modules with nine scales (somatoform complaints, depressiveness, phobic anxiety, psychological wellbeing, interactional problems, self-efficacy, activity and participation, social support, and social stress). It proves to be well accepted and feasible under routine conditions. Factor analyses confirm the intended dimensional configuration and the relative independence of modules. The scales reveal high reliability. Evidence of their validity and sensitivity to change are demonstrated. CONCLUSIONS: The HEALTH-49 is a self-rating instrument that allows for the comprehensive and economic assessment of generic aspects of psychosocial health. It is highly suitable for use in clinical practice. The questionnaire is available as a free download from http://www.hamburger-module.de/
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